Nachwuchs-Piloten der FTAG im Streckenflug-Fieber

Blick von der Schwäbischen Alb in Richtung Norden

Der Monat Mai wurde auch in diesem Jahr seinem Ruf als exzellenter Zeitraum für ausgiebige Streckenflüge gerecht. An mehreren Tagen herrschten nahezu ideale Bedingungen mit knackigen Steigwerten und Basishöhen nahe oder sogar über den in Deutschland maximal ausfliegbaren 3000 Metern.

Nach hervorragenden Vorhersagen für den ersten Freitag des Monats nahmen sich unsere beiden Mitglieder Freddy und Nico kurzerhand Urlaub und zogen unseren Duo Discus „Sonny“ sowie die private DG600 bereits am Vorabend nach Kirchheim Teck auf die Hahnweide – ein Start in Grabenstetten war aufgrund von Problemen an der Schleppmaschine nicht möglich. Dank der Hilfe unseres Mitglieds „Fisi“ sowie den freundlichen Kollegen auf der Hahnweide gelang unserm Nachwuchs-Streckenflieger Freddy sein erster 500 km Flug, dabei übertraf er sein eigenes Ziel den Flugplatz Eichstätt zu erreichen bei weitem. Bereits nach weniger als 2 Stunden hatte er den Flugplatz erreicht, so dass er beschloss noch weiter in Richtung Osten zu fliegen, wo er direkt über Regenburg wendete. Der Rückflug in Richtung Schwäbische Alb funktionierte zunächst Problemlos, kurz nach Ulm begann dann jedoch eine gewaltige schwarze Wolkendecke die sich über die gesamte Ostalb erstreckte und bereits begonnen hatte abzuregnen. So wurde der Endanflug für Freddy doch noch einmal spannend, da auf den letzten 50 km kein Steigen mehr zu erwarten war. Er entschied sich gegen den sehr knappen Anflug auf den Flugplatz Grabenstetten und wählte die sicherere Variante – eine Landung auf der niedriger gelegenen Hahnweide. Am Ende zeigte sein Bordcomputer eine Flugstrecke von 542 km (Flugdetails)! Nico war an diesem Tag etwas später gestartet und hatte zunächst Schwierigkeiten von Kirchheim aus auf die Alb zu kommen . Als das endlich geschafft war lief es auch für ihn gut – auf einer ähnlichen Strecke wie zuvor Freddy flog er mit der DG 600 über Regensburg bis kurz vor Deggendorf am Rande des Bayrischen Waldes. Auf dem Rückweg hatte Nico ebenfalls mit der massiven Abschirmung auf der schwäbischen Alb zu kämpfen. Nach über 500 km musste er gegen 17:30 auf dem Flugplatz in Blaubeuren seinen Flug beenden (Flugdetails).

Noch bessere Streckenflugbedingungen wurden für Sonntag den 13. Mai von den Meteorologen für ganz Süd- und Mitteldeutschland prophezeit. Freddy flog nach frühem Start in Grabenstetten zunächst wieder in Richtung Osten. Nach gut zwei Stunden Flugdauer erreichte er Regensburg wo er in Richtung Nordwesten wendete und weiterflog bis er sich schließlich nördlich von Bamberg zum Rückflug nach Grabenstetten aufmachte. Damit hatte er nicht nur seinen ersten 600 km Flug in der Tasche sondern zugleich auch sein erstes FAI Dreieck mit einer Länge von 520 km (Flugdetails)! Nico startete mit seiner DG 600 in Richtung Norden, vorbei an Aalen und Schweinfurt legte er die erste Wende ins 250 km entfernte Suhl im Thüringer Wald. Anschließend flog er weiter in Richtung Süd-Osten den Thüringer Wald hinunter wo er Östlich von Bayreuth gegen 15:30 beschloss auf direktem Weg, also nördlich des Nürnberger Luftraums, zurück nach Grabenstetten zu fliegen. „Ich hatte auf dem Hinweg nach Suhl einfach zu viel Zeit verloren. Der Rückflug um Nürnberg herum war damit zu weit, dass hätte vermutlich nicht mehr bis heim gereicht“ kommentierte Nico die Entscheidung. Am Ende konnte er sich mit 739 OLC Kilometern dennoch über seinen bis dahin weitesten Flug freuen (Flugdetails).

Nico’s 752 km FAI Dreieck (Quelle: www.onlinecontest.org)

Nur vier Tage später hatten die Piloten der FTAG-Esslingen wieder Glück mit dem Frühjahrswetter, denn für Christi Himmelfahrt waren die Wettervorhersagen wieder hervorragend. Buddha war wie die anderen Streckenflug begeisterten FTAGler schon früh morgens startklar – sein Ziel: endlich die 500 km knacken! Er startete gegen 10:30 mit der Kestrel, kurz zuvor waren bereits Nico mit seiner DG 600 sowie Freddy und Candyman zusammen in unserem Duo im F-Schlepp abgehoben. Die Streckenwahl war an diesem Tag bei allen Piloten identisch, zunächst ging es auf direktem Weg Richtung Norden zur ersten Wende nach Suhl und dann wieder den Thüringer Wald herunter. Buddha flog weiter bis Regensburg und machte sich anschließend auf den Heimweg Richtung Grabenstetten. Freddy und Nico waren etwas früher dran und konnten nach dem Thüringer Wald noch über den Bayrischen Wald bis nach Arnbruck fliegen, wo sie sich mit ihrer letzten Wende auf den 230 km langen Heimflug machten. Dieser gestaltet sich zuerst unproblematisch, vorbei an Regensburg und Eichstätt bis dann auf Höhe von Nördlingen keine Kumuluswolken mehr am Himmel standen. Die Thermik im Blauen war nur noch schwach und baute schnell weiter ab. Buddha und Nico kämpften sich die letzten 100 km gemeinsam in Richtung Grabenstetten vor und entschieden sich am Aichelberg von der Alb herunter in Richtung Dettingen Teck zu fliegen, in der Hoffnung dort nochmals einen nutzbaren Aufwind zu finden. Nico erreichte die Teck und konnte dort am Hang etwas Höhe gewinnen bis Buddha einige Meter vorgelagert einen letzten nutzbaren Aufwind fand, der den beiden genug Höhe für einen sicheren Heimflug bescherte. Freddy war einige Kilometer dahinter und entschied sich bei Heubach nach einem tollen Flug die letzten Kilometer mit dem Turbo – dem eingebauten Hilfsmotor – zurückzulegen. Am Abend waren alle Glücklich – Buddha hat mit 678 OLC Kilometern und einem Dreieck von 649 km sein gestecktes Ziel weit übertroffen (Flugdetails); Freddy schaffte nach seinem ersten 600 km Flug am Sonntag nun 736 km und ein 664 km Dreieck (Flugdetails); Nico freute sich über das geflogene und vorab angemeldete 752 km FAI-Dreieck sowie 777 OLC-Kilometer (Flugdetails). Freddy konnte sich damit in der deutschlandweiten OLC Junior-Challenge 2012 auf Platz 16 platzieren, Nico erreichte mit diesem Flug den 9. Platz in der Tageswertung der deutschen Segelflugmeisterschaft.

1 comment to Nachwuchs-Piloten der FTAG im Streckenflug-Fieber

  • Waldo

    Ja das ist wirklich sehr erfreulich und ich finde es auch prima, dass man es auf der Homepage lesen kann.

    Freddy baut auf dem Farrenberg seinen Ruf als Sportpilot weiter aus, wir führen die Doppelsitzerklasse an 🙂

    Grüße Waldo

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