Zellenwart-Lehrgang 2021 in Aachen

Teilnehmer aus Esslingen waren Maike (Däumchen) und John (Tankwart)

Auch dieses Jahr führte die Flugwissenschaftliche Vereinigung Aachen wieder einen Zellenwart-Grundmodul-Lehrgang für die Mitglieder aller Akademischer Fliegergruppen durch.

Egal ob Anwärter oder Winterwartungs-erfahrender Aktiver, bei dem Lehrgang war für jeden etwas dabei. Fünf Tage wurden neben theoretischen Kenntnissen auch echte Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Am Ende stand die Prüfung, welche alle Teilnehmer erfolgreich abschlossen.

Gleich am ersten Tag ging es mit dem Theorieteil von Spargel los, Nachmittags wurden die Gruppen für die praktischen Arbeiten eingeteilt. An vier Stationen wurden das Schäften und Reparieren an einer Flügelschale durchgeführt, wobei zu Beginn ein Schaden mit einem Vorschlaghammer an dem Flügelstück eingebracht wurde. An einer anderen Station lernten die Teilnehmer, wie man aus GFK in einer Negativform ein Ruder richtig laminiert und anschließend vakuumiert. Blutige Finger haben sich viele beim Verdrillen von Drahtsicherungen geholt. Hier lernten sie aber auch wie Schraubensicherungen richtig anzubringen sind und wie eine gute Nicopress Klemmung durchgeführt wird. Unter Einsatz von schwerem Werkzeug wurde an einem Tragflächendummy geschliffen, poliert und geschwabbelt. Mit mehr Feingefühl hingegen musste man an an die Station zur Bestimmung des Ruderrestmoments herangehen.

Spargel konnte durch seine berufliche Erfahrung viel Wissen und Tricks zum Arbeiten mit Verbundwerkstoffen an die Teilnehmenden vermitteln. Dabei ging es insbesondere um die Auswahl der richtigen Gewebearten, die Verwendung von Harz in Abhängigkeit vom Einsatzgebiet und wieso das Tempern so wichtig ist. 

Den rechtlichen Theorieteil des Lehrgangs übernahm Teflon und brachte den Teilnehmern bei, wie die man eine Instandhaltung richtig dokumentiert und wer welche Arbeiten freigeben darf. Darüber hinaus ging es um den Aufbau und die Aufgabenverteilung von Luftrechtorganisationen in Europa und Deutschland sowie dem Themengebiet Arbeitsschutz.

G109 fliegt wieder

Nachdem unser G109b seit Juni 2021 aufgrund eines Hagelschadens gegroundet war, konnte er heute zum ersten Mal wieder zur Schulung und für Passagierflüge eingesetzt werden.

Das Bild ist bei einem Formationsflug in der Abendsonne entstanden.

Projektfortschritt „E16“

Mit Stolz möchten wir zum Jahresende über unseren Projektfortschritt des Projektes „E16“ berichten. Trotz der widrigen Bedingungen rund um die Pandemie konnten wir das Projekt weiter vorantreiben und neue Studierende begeistert. Nachdem der digitale Zwilling im CAD größtenteils ausgereift ist konnten nun die ersten größeren FVK- Einbauten in das Chassis erfolgen. In Form von Studienarbeiten in der Fakultät Fahrzeugtechnik konnte die Auslegung, Konstruktion und Fertigung des Lenkungssystems sowie der Pedalerie realisiert werden. Durch den hierbei entstehenden Know-How Transfer profitierten unsere Studierenden enorm und die Beziehungen zur Hochschule wurden nachhaltig gestärkt. Zudem konnten Studierende auch außerhalb der FTAG am Projekt teilhaben, durch Ausschreibungen ist es uns gelungen, das Fahrzeugkonzept mittels eines aufwendigen Simulationsmodells zu validieren und auf Umsetzbarkeit zu prüfen. Auch das sich in Eigenentwicklung befindende Wechsel- Batteriesystem schreitet mit großen Schritten der Vollendung entgegen.

Einbauten Montagetest

FVK- Arbeiten am Chassis im Detail:

Die Konstruktion der E16 sieht eine Reihe von aussteifenden und lasttragenden Einbauten im Rumpf vor. Zentrales Element ist dabei der Haubenrahmen, an den sich die Spante zur Aufnahme der Kräfte aus dem Fahrwerk und im Crashfall auch aus dem Überrollbügel anschließen. Erst die Aussteifungen durch diese Elemente ermöglichen es, die Außenhaut als Strukturelement mitzubenutzen, ohne dass es zu Beulversagen kommt. Die E16 benutzt also die sogenannte Halbschalenbauweise.

Der Haubenausschnitt der „nackten“ Duo-Rumpfschale wurde im ersten Arbeitsschritt seit dem Einlegen der Schalen im Februar 2019 mit einem Schaum-Sandwichkern und weiteren CFK-Lagen rundherum verstärkt. Die Belegung wurde dabei so gewählt, dass sowohl Biegebelastungen als auch die nicht unerheblichen Torsionsmomente bei unsymmetrischer Fahrwerksbelastung getragen werden können. Über die tragenden Lagen aus 540 g/m² CF-Biaxialgelege soll nach Fertigstellung aller strukturellen Einbauten noch eine Splitterschutzlage aus Aramidfasergewebe gelegt werden.

Nach der Fertigstellung des Haubenrahmens wurden die unteren Lagen des vorderen Überrollbügel-Spantes in die Rumpfschale eingelegt und die Sperrholz-Inserts zur Aufnahme der Anschraubpunkte des Überrollbügels in die dafür vorgesehenen Vertiefungen im Haubenrahmen eingeklebt. Dazu benutzen wir eine Vorrichtung aus Holz zum Positionieren der Anschraubpunkte, ohne dafür den fertig geschweißten Überrollbügel zu benötigen.

Nächster Arbeitsschritt war das Ausformen der Verschneidung von Haubenrahmen und Spant mit einem Schaum-Sandwichkern. Im unteren Bereich nach der Ausformung werden Aramidpapierwaben als Kernwerkstoff verwendet, da sie sich deutlich besser an die Krümmung der Schale anlegen als ein vergleichbar dickes Stück Schaum. Nach der Fertigstellung des Sandwichkerns wurden die oberen Lagen im Vakuumpressverfahren nass-in-nass mit den Wabenkernen eingelegt und damit der erste Spant strukturell fertiggestellt. Auch hier kommt eine multidirektionale Belegung aus 0° UD-Gewebe und +-45° Gelege zum Einsatz, damit der Spant sowohl Normalkräfte aus dem Überrollbügel als auch Schubspannungen aus der Verwindung aufnimmt.

Nächste Arbeiten an der Struktur sind unter anderem die Herstellung des hinteren Spantes für den Überrollbügel im gleichen Verfahren, das Anzeichnen der Ausschnitte für das Fahrwerk und die Fertigungsplanung der beiden Fahrwerksspante. Sobald diese und die entsprechenden Anbindungspunkte gesetzt sind, kann das Fahrwerk erstmalig zur Probe montiert werden und wir werden einen Eindruck erhalten, wie sich die E16 später im Betrieb präsentieren wird.

Lenkung und Pedalerie im Detail:

Mit der Lenkung ist das eine einfache Sache, könnte man denken. Doch hinter Lenksäule und Armaturenbrett wird sich bei der E16 ein komplexes mechanisches System aus Hebeln und Wellen verstecken.
Die Lenkmechanik selbst wurde nach Ackermann ausgelegt und weist Dank der Verwendung eines Wellengelenks sogar ein progressives Lenkverhalten auf, welches bei Geradeausfahrt ein stabiles und bei Kurvenfahrt ein agiles Lenkverhalten verspricht.
Nach langem Konstruieren ist die Lenkung der E16 mittlerweile in die Produktion gegangen. Die ersten Einzelteile wurden schon bei der ZMF oder in der FTAG Werkstatt gefertigt. Auch Faserverbundwerkstoffe fanden in der Lenkmechanik in Form eines ausgeklügelten Umlenkhebels Verwendung. Die Firma „Norelem“ hat die Montage der ersten Baugruppen mit gesponserten Normteilen unterstützt. Somit ist die Lenksäule mit Lagersitz für die E16 schon komplett fertig montiert und wartet bereits auf den Einbau in das Chassis.
Ähnliche Fortschritte konnten bei der Pedalerie erzielt werden. Auch hier wurde bereits begonnen Einzelteile wie Umlenkrollen und Lagerhülsen zu fertigen. Sowohl Brems- als auch Gaspedal sind aus +-45° und 0-90 CFK-Gewebelagen laminiert. Um die Ergonomie sowohl bei großen als auch kleinen Fahrern gewährleisten zu können sind die Pedale, ähnlich wie in unseren Flugzeugen, verstellbar konzipiert worden.

Zusammenbauzeichnung des Lenktriebs

Batteriesystem im Detail

Die Entwicklung des Batteriesystems der E16 steckt in den letzten Zügen. Die meisten Elektronik- und Gehäusekomponenten sind fertig entworfen und werden nun Stück für Stück gefertigt und erprobt. Dankenswerterweise konnten HV-Stecker von „TE Connectivity“ und ein Mess-Shunt von „Isabellenhütte“ zur Verfügung gestellt werden, was einen enormen Mehrwert darstellt.
Die 60V-Batterie besteht aus 280 Zellen mit einer Gesamtkapazität von 3.5 kWh. Insgesamt 4 Balancermodule des Batteriemanagementsystems sorgen dafür, dass ein sicherer Betrieb gewährleistet werden kann. Sie überwachen permanent die einzelnen Zellspannungen im Betrieb und gleichen beim Laden die einzelnen Zellspannungen aneinander an. Gesteuert werden die vier Slavemodule durch einen zentralen BMS-Master, welcher die Schnittstelle zum Rest des Fahrzeugs herstellt.

Für die Kommunikation wird ein CAN Bus verwendet, über welchen das BMS Daten an das Display im Cockpit senden kann. In der Batterie übernimmt ein IVT-Stromsensor die Strommessung, mit dessen Hilfe auch die verbliebene Restkapazität, sprich der Ladezustand, ermittelt werden kann.
Unabhängig vom BMS in der Batterie, sitzt fest im Fahrzeug verbaut ein sogenannter Watchdog, welcher im Bedarf die Batterie über Relais abtrennt und ebenfalls redundant die Spannung und den Strom überwacht. Zuletzt wurden Messungen an den verwendeten Lithium-Ionen Zellen INR18650-30Q von Samsung durchgeführt. Hierbei wurden die Zellen über 3 Tage hinweg schrittweise entladen. Die Ergebnisse helfen später im Betrieb die Kapazitätsbestimmung der Batterie zu validieren, da sich durch die Stromintegration ein Messfehler aufintegrieren wird.

Auch beim Batteriegehäuse geht es voran. Zuletzt wurden die Zellhalter für die Batterie in der ZMF der Hochschule in Auftrag gegeben und das Gehäuse der Batterie nimmt Gestalt an. Die Seitenwände wurden mit dem Boden verklebt und die fehlenden Bodenstücke aus Kohlefasergewebe mit einer Deckschicht zur Isolation aus Glasfasergewebe laminiert.

Wir wünschen besinnliche Feiertage!

Die FTAG wünscht Euch und Euren Familien besinnliche und harmonische Weihnachtsfeiertage und die besten Wünsche für ein erfolgreiches & gesundes Jahr 2022.

Herbstschulungslager 2021

Auch dieses Jahr haben wir mit zwei Flugschülern (Adrian, Maike) und einem Fluglehrer (Zischi) sowie unserer ASK21 am HeSchuLa (Herbstschulungslager der Idaflieg) auf dem Flugplatz Rheinstetten teilgenommen. Bei teilweise erstaunlich gutem Herbstwetter wurde wieder einmal fleißig geflogen. Nachdem im letzten Jahr die Corona-Auflagen deutlich zu spüren waren, konnte dieses Jahr durch die 3G-Nachweise das HeSchuLa fast wie gewohnt stattfinden und einige Fortschritte auch bei unseren Flugschülern verbucht werden.
Adrian konnte die fs31 der Akaflieg Stuttgart und die DG1000 der Gastgeber aus Karlsruhe fliegen und hat außerdem auf unserer ASK21 fleißig Seitenwindlandungen üben können. Maike konnte neben der fs31 auch noch einen zweiten Prototypen mit in ihr Flugbuch aufnehmen, die AK5b der Akaflieg Karlsruhe, Maikes zweiter Einsitzer, diesmal sogar mit Einziehfahrwerk 😉. Außerdem gab es ein paar Seilrisse und zwei F-Schlepps hinter der fs35 für sie. Und auch Zischi ist als Fluglehrer auf seine Kosten gekommen. Neben mehreren ersten Alleinflügen, hat er das Schulen auf der fs31 sichtlich genossen.
Neben den vielen Stunden auf dem Flugplatz, sind die Abende dann in der Werkstatt der Karlsruher Gastgeber ausgeklungen. Es war wie immer schön sich mit den vielen motivierten Studenten der anderen Akafliegs aus ganz Deutschland auszutauschen. Ein herzlicher Dank geht natürlich auch wieder an die Organisatoren aus der Akaflieg Karlsruhe, die ein tolles HeSchuLa 2021 möglich gemacht haben und wunderbare Gastgeber waren. Wir freuen uns auf nächstes Jahr!

Trauer um Ewald Kübler

Unser Ehrenmitglied und Ehrensenator Ewald Kübler ist am 24. Mai 2021 verstorben.

Ewald Kübler, Ehrensenator der Hochschule Esslingen, taufte am 24. Oktober 1993 unseren Discus auf den Namen „Emil Reiber“ (ebenfalls Ehrensenator der HSE). Er war ein großer Unterstützer der FTAG, sowohl privat als auch über den Verein der Freunde der Hochschule, insbesondere bei der Anschaffung des Täuflings, sowie des Ventus. Er wurde anlässlich der Taufe zum Ehrenmitglied ernannt und war lange Zeit noch gerne Gast.

Die FTAG trauert um Ewald Kübler.

SoLa 2021 in Haiterbach-Nagold

26 Teilnehmer, 197 Starts, 48:30 Flugstunden, 2 Freiflüge, 2 Seilrisse. Das sind nur ein paar Zahlen zum Sommerlager 2021. Trotz des durchwachsenen Wetters in der ersten Lagerwoche gab es doch einige Highlights und Anlässe zum Feiern. Am Rande des Schwarzwalds, etwas ausserhalb von Nagold liegt auf einem Hügel das Fluggelände Haiterbach-Nagold mit einer kurvigen Start- und Landebahn mit dem Tal in der Mitte. Die Hausbärte über den Feldern und der Waldkante sind zuverlässig. Wie auch im Juli regnet es in der ersten Augustwoche fast täglich. Die Lagerteilnehmer lassen sich davon jedoch wenig beeindrucken. Es wird geschult und die Familien die zusammengekommen sind haben eine großartige Zeit zusammen. Wegen des durchwachsenen Wetters musste oft früher abgebaut werden, was den Modellfliegern jedoch oft die Gelegenheit gab ihre ferngesteuerten Flieger auszupacken.

Das Campinggelände liegt direkt neben dem Start was es den Familien ermöglicht hautnah am Flugbetrieb teilzunehmen. Beim Kochen war besonders Waldos Paella Pfanne begehrt, auch für Schupfnudeln oder Kässpätzle.

Weitere Erfolge:

In der ersten Woche fliegt sich John, welcher sich später den Spitznamen „Tankwart“ verdienen wird, frei und fliegt wenig später auf dem Astir. In der zweiten Woche flog sich Küken ebenfalls frei. Bart konnte seine Lizenz aufrecht erhalten und schaffte mit 2h54min den längsten Flug. John „Tankwart“ und Julius „Winfried“ haben mit dem Windenführerschein begonnen. Däumchen, Tankwart und Winfried haben erfolgreich die Aussenlandeübung abgeschlossen Ein weiteres Higlight war Zischis Poolheizung Marke Eigenbau, welche besonsers bei der Aktivitas beliebt war. Wie schon letztes Jahr fand am 12. August ein Sunrise fliegen statt wobei der erste Flieger um 04:12 UTC gen Himmel aufstieg.

Ein Besonderer Dank geht an Flödl für sein Engagement als Windenfahrer. Auch über die Besuche der passiven alten Herren haben sich die Lagerteilnehmer sehr gefreut.

JP

Werner Schaufler GmbH

Vielen Dank an die Firma Werner Schaufler GmbH aus Dettingen, welche der FTAG für die Haubenreparatur des Astirs freundlicherweise ein kleines Reparaturset bestehend aus Acryfix 2R0190 und CA0020 gespendet hat. Florian Kossack ist die Reparatur einwandfrei gelungen. Man muss schon sehr genau hinsehen, um den Riss wieder zu finden 😉

JP

Danke an Mankiewicz, Hersteller von NEXTEL

Vielen Dank an die Firma Mankiewicz, welche uns freundlicher Weise mit ihrem NEXTEL Innenraum-Lack unterstützt hat. Dank des grauen NEXTEL-Lacks sieht unsere ASK21 D-3467 aus wie neu. Zitat auf dem Flugplatz: „Habt ihr eure ASK zur Überholung gegeben?“ „Nein, das haben wir selber gemacht“

FF

Spendenaufruf für ELT

Auf der Crowdfunding-Website betterplace.org haben wir eine Spendenaktion zur Anschaffung eines neuen ELTs für den Motorsegler ins Leben gerufen. Jeder Spender erhält eine Spendenbescheinigung und kann selbst über die Höhe der Spende entscheiden, und ob er anonym spenden möchte oder nicht. Wir freuen uns über jeden einzelnen Euro, der uns dabei hilft das Fliegen noch sicherer zu machen!

Die Spendenaktion findet ihr hier: http://www.betterplace.org/de/projects/92511

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